Michael von der Schulenburg

Frieden wird nicht unter Engeln gemacht!

Softcover: 13,00 €

Zum 80. Jahrestag der UN‑Charta hat Michael von der Schulenburg in Brüssel eine Denkschrift veröffentlicht, die zugleich Rückblick und eindringlicher Appell ist. Geprägt von Jahrzehnten in Krisen- und Kriegsgebieten beschreibt der ehemalige UN‑Diplomat die Charta als persönliches Versprechen und als letzte große Hoffnung auf eine friedlichere Weltordnung. Im Gespräch spricht er darüber, warum „Nie wieder Krieg“ für ihn weit mehr ist als ein historischer Leitsatz – und weshalb die Weltgemeinschaft gerade jetzt den Mut finden muss, zu den Grundsätzen der Charta zurückzukehren.

Vorwort von Michael von der Schulenburg

Die Bedeutung der Charta der Vereinten Nationen für den Frieden

Der Krieg in der Ukraine und Israels militärische Auseinander setzungen mit dem Iran, dem Libanon, Syrien und Jemen – verbunden mit der Gefahr einer nuklearen Eskalation – sowie die Verbrechen am palästinensischen Volk, die zunehmend in einen Genozid hinauszulaufen drohen, führen uns schmerzhaft vor Augen, wie grausam und leidvoll Kriege sind und wie unersetzlich Frieden ist. Doch ein echter und dauerhafter Frieden lässt sich nur erreichen, wenn ein gemeinsames Regelwerk existiert, das von allen Menschen und Staaten geteilt und anerkannt wird. Dieses Regelwerk ist ein auf der Charta der Vereinten Nationen aufbauendes Völkerrecht.

Obwohl man im Deutschen oft vom Völkerrecht spricht, ist dieser Begriff leicht irreführend. Denn es geht nicht nur um Rechte, sondern vor allem um Pflichten – genauer gesagt um eine gemeinsame Verantwortung, Kriege durch friedliche Konfliktlösungen zu verhindern und die Würde eines jeden Men schen gleichermaßen zu achten. Das ist der Kern der Charta der Vereinten Nationen, die von 193 Staaten, die 99,9 % der Weltbevölkerung repräsentieren, ratifiziert wurde.

Man mag einwenden: „Das sind schöne Worte, aber sie bewirken doch nichts. Wir müssen uns doch nur umsehen, um festzustellen, dass diese Prinzipien zunehmend ignoriert werden. Was können schon diese Worte gegen Gewalt und moderne Waffensysteme ausrichten?“

Und doch, es ist eben nicht die Charta, die versagt hat, sondern eine politische Elite, die heute zunehmend glaubt, Konflikte nur durch die Androhung oder gar Anwendung militärischer Gewalt 11 lösen zu können. Gerade angesichts der immer zerstörerischeren Waffensysteme und Massenvernichtungswaffen, deren Einsatz das Überleben der Menschheit als Ganzes gefährden würde, sollte die UN-Charta heute für uns alle relevanter denn je sein. Kriege, Kriegsdrohungen und die damit verbundene massive Aufrüstung sind keine Lösungen. Wir müssen zurückfinden zu einer globalen Friedensordnung, die auf den Prinzipien der UN-Charta basiert.

Erstaunlicherweise ist das Wissen über die Charta heute nur noch gering verbreitet. Deshalb möchte ich mit diesem Inter view auf ihre zentrale Bedeutung für den Erhalt des Friedens aufmerksam machen – und auf die Verantwortung, die jede und jeder von uns trägt, damit unsere Politikerinnen und Politi ker sich wieder an die Grundsätze der Charta halten. Parallel zu diesem Interview habe ich eine Broschüre unter dem Titel: „Nie wieder Krieg – Die Charta der Vereinten Nationen“ veröffentlicht, sie ist in englischer und deutscher Sprache auf der Webseite www.bsw-ep.eu auch als e-Buch abrufbar.

Michael von der Schulenburg

Brüssel, 17. September 2025