„Abschieben, abschieben, abschieben!“
Eine kritische Auseinandersetzung mit den Ansichten des AfD-Politikers Stephan Protschka
ISBN: 9783565647552
von Heinz Michael Vilsmeier
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Softcover 20,00 Euro
Stephan Protschka ist Bundestagsabgeordneter, Landesvorsitzender der AfD in Bayern und ein AfD-Politiker mit bundesweiter Wirkung. In zwei ausführlichen, autorisierten Gesprächen spricht er über Migration und Remigration, Familienpolitik, Dragqueens und angebliche „Menstruationsräume“, Landwirtschaft, Klima, Medien, Frieden, Russland, USA, Verfassungsschutz, CSU, innerparteiliche Machtkämpfe und den politischen Anspruch seiner Partei.
Beide Interviews fanden in Protschkas Bürgerbüro in Dingolfing statt, jeweils in politisch aufgeladenen Phasen vor wichtigen Wahlen und in Anwesenheit von Mitarbeiterinnen. Der Band dokumentiert Protschkas Aussagen im Wortlaut und ordnet sie kritisch ein.
Er zeigt einen Politiker, der sich selbst als „Rechtsaußen“ beschreibt, sich bemüht, seine Partei als demokratische Kraft darzustellen, und zugleich eine Sprache verwendet, in der Polarisierung, Ausgrenzung, Feindbilder und Machtkalkül deutlich hervortreten. Wenn Protschka über angebliche „Menstruationsräume“ in Kindergärten sagt, das sei „abartig“, wird sichtbar, wie Familienpolitik, Kulturkampf und politische Empörung ineinandergreifen.
Die Gespräche zeigen, wie rechte Politik heute argumentiert: selbstgewiss, konfliktorientiert, demokratisch auftretend — und anschlussfähig bis in Debatten hinein, in denen BSW, wechselnde Mehrheiten und punktuelle Zusammenarbeit die Normalisierung der AfD neu beschleunigen könnten.
Dieses Buch ist ein Dokument politischer Sprache und ein Angebot zur Urteilsbildung — für alle, die genauer wissen wollen, wofür der sich selbst so bezeichnende Rechtsaußenpolitiker Stephan Protschka steht: ob sie die AfD bekämpfen, unterstützen oder ihre eigene Haltung zu ihr überprüfen möchten.
Leseprobe
HMV: Also das heißt, Sie sind durchaus für die Elektrifizierung des Individualverkehrs?
Stephan Protschka: Nein! Ich habe nicht gesagt, ich bin dafür, ich habe gesagt, das muss die Wirtschaft entscheiden, das muss der Verbraucher entscheiden.
HMV: Aber BMW hat ja Entscheidungen getroffen, die haben ja sehr viel investiert in die Produktion von E-Autos.
Stephan Protschka: Wenn BMW meint, sie können damit überleben, dann ist das die Entscheidung der BMW. Das ist die freie Marktwirtschaft, die wir ja einmal gehabt haben, in Deutschland. – Wir haben zwar eigentlich eine soziale Marktwirtschaft – aber das hat man ja leider in eine sozialistische Marktwirtschaft umgewandelt, auch noch unter CSU und CDU. – Aber wie weit das sie kommen, das sieht man jetzt beim Thema VW, die wollen ja drei Werke schließen. Das sind …
HMV: VW hat einiges verschlafen. – Also da sind …
Stephan Protschka: Dank den Grünen.
HMV: Nein, nein, auf der Ebene des Managements.
Stephan Protschka: Weil eine Grüne drinsitzt, die verantwortlich ist dafür …
HMV: … Eine Grüne hat die Vorstandsentscheidung beeinflusst?
Stephan Protschka: Naja, klar, sie sitzt da mit drin. Weil das Bundesland Niedersachsen 25 Prozent der Anteile hat. Sie hat Sperrminorität, die Frau, die sitzt da tatsächlich! – Eine einzige Grüne, die das entscheiden kann, die kommt zu VW und …
HMV: Ja, ja, was ich meine, ist, dass VW die Umstellung auf die Elektromobilität letztendlich zu lange hinausgezögert hat.
Stephan Protschka: Nein, die drei Werke, die jetzt geschlossen werden, das sind Werke, in denen E-Autos gebaut werden! – Weil die nicht verkauft werden!
Nicht weil VW es verschlafen hat, sondern weil’s keiner fahren will! – Ganz ehrlich, warum soll ich ein E-Auto fahren, wo ich im Winter nicht heizen darf? Dann komme ich statt den angegebenen 300 Kilometern gerade 150 Kilometer. Im Sommer darf ich keine Klimaanlage einschalten. – Es mag in Zukunft vielleicht funktionieren. Und wenn irgendjemand meint, er will statt Autos … – dann ist doch alles in Ordnung!
Es soll der Mensch für sich selbst entscheiden, was er will. – Aber ich kann doch nicht auf der einen Seite Kernkraftwerke abschalten, aus dreckigen Kernkraftwerken aus der Tschechei und aus Frankreich Strom kaufen, gleichzeitig mir zuerst sagen, ich darf mir keinen Staubsauger mehr kaufen, der mehr als 900 Watt hat, was die EU beschlossen hat. – Auf der anderen Seite muss ich ein E-Auto fahren und hab aber noch nicht einmal mehr den Strom, dass ich sie laden kann.
Weitere Sprachversionen von „Abschieben, abschieben, abschieben!“
- English Version (in preparation)
- Version française (en préparation)
- Edición española (en preparación)
- Türkçe sürüm (hazırlık aşamasında)