Cynthia Nickschas
Ich schreibe eigentlich nur Gedanken

E-Book 1,99 €
Dieses E‑Book versammelt ein frühes Gespräch mit der Liedermacherin Cynthia Nickschas – einer Künstlerin, deren Stimme schon lange bevor sie größere Bekanntheit erlangte, eine ungewöhnliche Mischung aus Verletzlichkeit, Wut, Humor und ungebändigter Lebensenergie trug. Wir begegneten uns im Mai 2012 auf dem Paradiesvogelfestival in Weitersroda, irgendwo zwischen Zelten, Gras und Gitarrenklängen. Auf einer Wiese erzählte sie von ihrer lauten Familie, von Musik als persönlicher Therapie und von ihrem Wunsch, Menschen Mut zu machen, ihr eigenes Leben zu leben. Dann griff sie zur Gitarre und sang „Generation Blöd“ – ein Moment, der sich tief eingeprägt hat.
Das Interview, ergänzt durch eine spätere E‑Mail‑Korrespondenz, zeigt eine junge Künstlerin im Aufbruch, roh, direkt und voller Sehnsucht nach Ausdruck. Auch eine persönliche Erinnerung schwingt mit: an ihren Vater, Reinhard Nickschas, einen geschätzten Gitarrenlehrer und Freund, der heute nicht mehr lebt.
Was zwischen diesen Seiten steht, ist ein früher Blick auf Cynthia Nickschas – bevor größere Bühnen kamen, aber schon mit all dem Feuer, das sie bis heute ausmacht.
Leseprobe
Der folgende Auszug stammt aus dem vollständigen Interview, das in der Publikation erschienen ist.
Ich danke Dir! – Klingt doch ganz gut. Das Ding mit R. ist cool gelöst. Auch danke dafür 🙂 Konsens über so tun als ob ist schon frech 😛 – aber das bin ich ja auch.
Zur Story: Also der „nette“ Produzent hatte was gegen meinen Freund, meinte er wäre ein Scheißcajonist und sowieso hätte der in der Band nix zu suchen etc. etc. … Das war auch schon im Juni so.
Dann hat er im August mit dem WDR, bei dem ich ja letztes Jahr auch schon ohne ihn war, wegen eines Drehtermins gesprochen und mich allein da angemeldet – ohne Band. Sagte mir, das wäre auch dem WDR lieber.
Bei meinem persönlichen Gespräch mit dem Autor der Sendung, dessen Nummer ich ja auch noch hatt, kam dann raus, dass keiner beim WDR was gegen die Band hatte … „Aha“, hab ich mir gedacht.
Dann kam er zum Drehtermin und hat mich dahingestellt als wär er der Held vom Erdbeerfeld. Meine Freunde und Fans haben sich alle über ihn aufgeregt.
Beim letzten Mal im Studio wollte ich ihm Videos von mir MIT meiner Band zeigen, er sagte, will er gar nicht sehen, ich soll sie ihm doch einfach vorspielen … Hat einfach sein wahres Gesicht gezeigt – dachte sich vielleicht: „Jetzt hab ich sie produziert und aus Angst diese Con zu verlieren, machtse was ich will…“
Ja Pustekuchen, ich lass mich doch nicht verkackeiern!
Danach kam dann noch son Ding. Er schrieb mir: „Halt dir Mi, den soundsovielten frei. Von 18–22 Uhr du solo!“
Und das wars mal wieder. Da hab ich ihn dann gefragt, ob er mich da solo haben will oder ob die das so wollen – und er hat losgezickt. Ich würde erst alles nehmen und wenn’s ums Zurückgeben ginge, käme nix. Er hätte mir alles in den Arsch gesteckt und jetzt würde ich ihn so angreifen.
Und wenn ich nicht mehr Musik mit ihm machen will, soll ich ihm das anders sagen und nicht auf so eine fiese Art und Weise … Für ihn war die Sache anscheinend vorher schon irgendwie geklärt.
Den GEMA‑Berechtigungsvertrag, den er für mich abschicken wollte (schon 3 Wochen vor dem „Clash“), hat er schön einbehalten – sodass die GEMA jetzt der Meinung ist, ich wäre an einer Mitgliedschaft nicht mehr interessiert und somit ihre Mitarbeiterschaft gebeten hat, mir die Anmeldegebühr wieder zurückzuüberweisen.
Da kam zwar auch noch nix, aber ich hab ganz ehrlich viel zu viel anderen Schrott am Arsch, mich darum auch noch zu kümmern. Keinen Bock mehr.
Also: Fuck GEMA. Der liebe Produzent verdient jetzt an meiner Musik und ich seh nix davon – auch die im Internet erworbenen Sachen gehen ja finanzentechnisch an ihn …
Spielen darf ich sie wohl auch nicht mehr. Damit „klaue“ ich ihm ja Rechte, wa … Also: Fuck you, Herr Produzent! – „Ich hab noch andere Songs, und meine derben Hits hab ich dir nicht mal gezeigt…“ oder so …
Also soweit die Lage in der Hinsicht. Und keine Böcke auf Kämpfen – nicht schon wieder!
Also ja, hast Recht, so wirklich gut geht’s mir nicht … Ich bin auch ganz schnell auf 180, wenn es um das Thema geht.
Aber so ist das halt. Ich muss auf die Fresse fallen, um zu lernen, manchmal funktioniert das einfach nicht anders … Musste ich irgendwie immer …