Sissy Engl
Mein ganzes Leben ist immer alles aus Versehen passiert.

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Sissy Engl zählt zu den prägenden Künstlerinnen des Münchner Kulturlebens der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Als Sängerin, Schauspielerin und Choreografin wirkte sie bei Holiday on Ice, auf Theaterbühnen, im Film und im Fernsehen. Gemeinsam mit ihrem langjährigen Partner Peter Mühlen gründete sie 1980 die „Mandolin Motions Einstein Show Academy“, die über Jahrzehnte hinweg eine feste Größe in der Münchner Kulturszene blieb.
Das Interview, das im Sommer 2012 in den Räumen der Show Academy entstand, gewährt Einblicke in ein außergewöhnlich vielseitiges Leben: in künstlerische Erfolge und Provokationen, in die Arbeit an Rollen von Sartre bis Arrabal, in Begegnungen mit bekannten Persönlichkeiten der Münchner Szene und in persönliche Erfahrungen, die sie geprägt haben.
Zugleich erzählt Sissy Engl von ihrer gemeinsamen Zeit mit Peter Mühlen, dessen letzte öffentliche Äußerungen in engem Zusammenhang mit diesem Gespräch stehen. Das Interview öffnet damit ein Fenster auf eine Künstlerin, die ihr Leben mit Offenheit, Humor und bemerkenswerter Klarheit betrachtet.
Leseprobe
Der folgende Auszug stammt aus dem vollständigen Interview, das in der Publikation erschienen ist.
Der Wecker ist ein toller Musiker! Und er ist ein sehr intelligenter Mensch, der kann wirklich was!
HAMCHA: Es gibt eine Geschichte mit Konstantin Wecker. Die fand ich ganz interessant, als Du sie letztes Mal erwähnt hast.
Sissy Engl: Ja. – Ja, die Konstantin…
HAMCHA: Ich glaube, da kommen wir dann wieder zum Kabarett…
Sissy Engl: Ja, ja. – Die Konstantin Wecker Geschichte war halt die, dass der Günter Knoll zu mir sagte, ganz am Anfang, er hat einen ganz tollen Liedermacher, der ist im Kommen, du wirst von dem noch hören. Der hat eine Schallplatte rausgebracht, ‚Weckerleuchten‘, und der macht uns die Musik. Das ist super! Komm zu mir, du musst dir die Musik anhören. Ich hab mir das angehört, mich hats nicht vom Stuhl gehauen, aber ich hab’s auch nicht schlecht gefunden. Ich war nicht so für Liedermacher und so… Es war mir alles recht, es war mir eigentlich egal. Und der Konstantin Wecker wurde beauftragt, für die vielen Stücke, die wir machen, diese Musik zu machen. Von Anfang an. Und wir haben geprobt, Wochen und Monate, und haben das ganze Haus neu ausstaffiert und sonstiges gemacht. Dann hatten wir die Drehleier gemietet, dann kam endlich der Termin. Nun machen wir die Aufnahmen mit Konstantin Wecker! – Konstantin Wecker hat uns versetzt, wir haben die Drehleier umsonst bezahlt. Die mussten wir bezahlen. Und Günter Knoll wurde ganz schön böse. Konstantin Wecker hatte die Ausrede, er habe sich am Finger verletzt oder sonst irgendwas, er wäre unterwegs, also er hätte jetzt da nicht kommen können. – Wir mussten die Premiere verschieben. Eine Woche drauf war dann vereinbart, dass Konstantin Wecker hundertprozentig kommt und die Musik eben dann aufnimmt, mit uns. Dann kam Konstantin Wecker, wirklich mit seiner Band. Dann sind wir hingegangen und dann war er freundlich und nett… Und dann sagt er, der Peter Mühlen war der Regisseur: ‚So Peter, was sollen wir jetzt machen?‘
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